Music for a While

English Music from the Times of William Shakespeare

viola da gamba

Programme

Henry Purcell

Music for a while

Orlando Gibbons What is our life
John Dowland Pavan Lachrimae antiquae –
"Flow my tears" –
"Come Again" –
The Earl of Essex Galiard –
Mrs. Nichols Alman
Henry Purcell Lord, What is Man
William Lawes
Pavan and Aire
* * * * * *
Anon. "When Daphne from fair Pheobus did fly"
Tobias Hume The State of Gambo / The Spirit of Gambo
Henry Purcell If music be the food of love
Anthony Holborne Pavan - Galiard The Honeysuckle -
The Night Watch - The Widows Myte -
The Fairie round
William Byrd Though Amarillis dance in green

ORPHEON CONSORT

José Vázquez - viola da gamba, direction Christine Esser (Zürich) - soprano
Lúcia Krommer - viola da gamba
Christa Opriessnig - viola da gamba
Margit Meckel - viola da gamba
Susanne Braumann - viola da gamba
Eva Fürtinger - viola da gamba Vít Bébar - harpsichord, organ

Instrumentarium

Treble viol by Henry Jaye (London, ca. 1620)
Treble viol by William Turner (London, 1647)
Treble viol by William Turner (London, 1656)
Bass viol by William Turner (London, ca. 1650)
Bass viol by Edward Lewis (London, 1687)
Bass viol by John Collingwood (London, 1680)
Bass viol by Giovanni Paolo Maggini (Brescia, ca. 1600) Harpsichord after Gio. Battista Giusti (1682)
Baß viol by Ventura Linarolo (Venice 1585) Orgel positiv by Chinaglia, Milano


Music for a while
Shakespeare und seine Welt

Eine Einladung zu einem Hauskonzert nahm man immer gerne an, aber: die geladenen Gäste haben stets selber musiziert! Jeder gebildete Mensch konnte im Ensemble singen oder auf einer Viola da gamba im Consort musizieren. Selbst in Vorzimmern ärztlicher Ordinationen hingen einige Instrumente und Partituren zur Unterhaltung der wartenden Patienten bereit!
Das heutige Konzert ist formell als ein Hauskonzert der Tudorzeit konzipiert. Den Anfang bilden Kompositionen besinnlichen Charakters, die die versammelte Gesellschaft zu erbaulichen Gedanken führen. Heiterer Natur sind die darauffolgenden Werke, die das Beisammensein merklich auflockern. Tanzen gehörte selbstverständlich zu den Vergnügungen aller Epochen folglich darf auch an diesem Abend der Tanz nicht fehlen.

Shakespeare und seine Zeit

In der Geschichte Englands nehmen die Tudor und die Jakobinische Zeit eine Sonderstellung ein. Durch schicksalhafte Wendungen (die durch Heinrich VIII. vollzogene Trennung von der römischkatholischen Kirche, der Untergang der Spanischen Armada 1588, die andauernden religiösen Kriege auf dem Kontinent, die Gründung der Überseekolonien ) zu einer Weltmacht geworden, erlebte das Inselreich eine kulturelle Blüte wahrlich erstaunlichen Ausmaßes. Wegweisend in dieser Entwicklung waren die englischen Könige exemplarische RenaissanceFürsten, allesamt Virtuosen auf Musikinstrumenten hauptsächlich durch engagiertes Mäzenentum.
Wenn gerade zu diesem Zeitpunkt Shakespeare als unbestrittener Höhepunkt des Theaters und der Dichtung angesehen werden darf, so findet er sein musikalisches Ebenbild sowohl im Komponisten William Byrd, dem unangefochtenen Genie der englischen RenaissanceTonkunst, wie auch zu späteren Zeiten in der Person des Barockmeisters Henry Purcell, der die lange und fruchtbare Tradition der englischen polyphonen Schule würdig abschloß. John Dowland, enger Freund Shakespeares, verdient durch seine Liedkunst, seine Lautenwerke, aber auch durch seine perfekt ausgewogene instrumentale Polyphonie einen der ersten Ränge zwischen seinen Zeitgenossen: sein Schaffen prägte maßgeblich die Entwicklung der kontinentalen Kammermusik, die qualitativ weit hinter der englischen lag.
Zu den Werken
Aus der Feder Sir Walter Raleighs, der im Kerker auf die Vollstreckung seines Urteils wartete, stammt die von Gibbons auf erhabendste Weise vertonte Betrachtung über die Eitelkeit und Vergänglichkeit unseres irdischen Daseins: "What is our life?" In künstlerisch vollendeter Verschmelzung von textlichem Inhalt mit musikalischer Faktur gelingt es Gibbons mit einer erstaunlichen Knappheit, den philosophischen Grundgedanken eines ganzen Zeitalters wagen wir zu sagen, aller Zeiten? zu erfassen.
Ein heller Stern im ohnehin wohlbeleuchteten RenaissanceHimmel stellt William Byrd dar. Nur dank seines Ranges als Komponist duldete Königin Elisabeth seine konfessionelle Präferenz: er blieb dem katholischen Glauben treu. Obwohl seine unbestreittene Stärke in der katholischen Kirchenmusik lag, erleben wir heute die heiteren Seiten des Meisters: eine Volta für Cembalo und einen Madrigal im Gagliardrhythmus, der gleich den Abschluß des Abends bildet.
Im besten Sinne des Wortes "Schlager", erlangten viele Werke John Dowlands internationale Berühmtheit: Seine
Werke sind in unzähligen Abschriften in kontinentalen Bibliotheken verstreut zu finden. Wohl dem intimen Klang
seines Instrumentes, der Laute, abgelauscht, durchdringt seine Musik ein Hauch von Melancholie, die Dowland zeitlebens anhaftete.

Der bedauerlicherweise in einer Schlacht während des Bürgerkrieges im Dienste seines Königs Charles I gefallene Komponist William Lawes erreicht eine emotionelle Intensität, die niemals in seiner Zeit übertroffen wurde. Gepriesen von seinen Zeitgenossen gleichenfalls für seinen Intellekt und für seine Ausdruckskraft, hinterließ der junggestorbene Tonkünstler möglicherweise die interessanteste Literatur für das Viola da gamba Consort.
Zweifelsohne gilt Henry Purcell als einmaliges Genie der englischen Tonkunst. Sein Schaffen stellt eine gelungene Verschmelzung der alten englischen Polifonie mit der neuen barocken Stilen aus Italien und Frankreich, die zu einem persönlichen Stil heranreift. Während seine fünfstimmige Fantasie in FDur völlig dem Alten Stil angehört, lehnt sich seine stimmungsvollen Liedkompositionen und seine dramatischen Monodien an die italienischen Modelle.
Die 1599 erschienenen fünfstimmigen "Pavans, Galliards and Almaines" von Anthony Holborne zeugen von der hohen Kunst der Instrumentalmusik Englands unter Elisabeth I. Damals bescherten zahlreiche Komponisten selbst den Liebhaberkreisen eine äußerst kunstvolle, perfekt ausgewogene Hausmusik, die jeglichen ästethischen Anspruch zu befriedigen vermochte.

 

Music for a while - Shakespeare y su mundo

Una invitación a un concierto privado era siempre bienvenida pero:... ¡los invitados también tomaban parte activa en el concierto!  Cualquier persona culta podía participar ya fuera cantando o tocando la viola da gamba en el Consort que se formaba. Incluso en las salas de espera de las consultas médicas colgaban instrumentos de las paredes y había partituras para que las personas pudieran entretenerse mientras se esperaban!

El concierto que hoy ofrecemos está concebido como concierto privado de la época de los Tudor. En esa época el baile era también una forma de entretenimiento y, por supuesto, una actividad que no podía faltar en esas soirées musicales.

Shakespeare y su tiempo

En la historia de Inglaterra, la época de los Tudor y los jacobinos tiene una importancia especial. Por azares del destino (la separación de la iglesia católica durante Enrique VIII, la caída de la armada española en 1588, las constantes guerras religiosas en el continente, la formación de las colonias en ultramar…) Inglaterra creció hasta ser una potencia mundial, lo que conllevó un florecimineto asombroso de la cultura.  Durante este desarrollo los reyes ingleses fueron un gran ejemplo de mecenazgo renacentista.

Así como encontramos un máximo exponente de esta época en el teatro y poesía en la figura de Shakespeare, a nivel musical está, por ejemplo, primero William Byrd, y más tarde Henry Purcell como genio de la época barroca, entre otros grandes de la música que hoy tenemos el gusto de presentar.

 



updated 18.05.2008